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By Stefan Zweig

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Nun ward ihm bewußt, daß auch hier noch Schuld in ihm gewesen, solange er Menschen 48 in seinen Willen tat und Sklaven nannte nach einem Gesetz, das nur jenes brüchige der Menschen war und nicht jenes ewige des tausendförmigen Go�es. Und er neigte sich im Gebet: »Dank dir, Tausendförmiger, der du mir Boten sendest aus allen deinen Formen, daß sie mich au�agen aus meiner Schuld, immer näher dir entgegen auf dem unsichtbaren Wege deines Willens! « Viratas Antlitz war wieder heiter geworden, hellen Auges trat er in die Nacht, trank den weißen Gruß der Sterne, das schwellende Sausen des Frühwinds tiefatmend in sich und ging durch die Gärten zum Flusse.

Ein Unwissender war ich und will wissend werden. Hunderte habe ich gesandt in diese Nacht, vielen habe ich vieles getan und weiß nicht um meine Tat. « Der Gefangene starrte noch immer. Leise klirrte die Ke�e. »Ich will wissen, was ich dir zusprach, den Biß der Geißel will ich kennen am eigenen Leib und die gefesselte Zeit in meiner Seele. Für einen Mond will ich an deine Stelle treten, damit ich wisse, wieviel ich zugezählt an Sühne. Dann erneuere ich den Spruch von der Schwelle, wissend um seine Wucht und Schwere.

Nirgends traf sein Blick 47 Unterscheidung zwischen Mensch und Mensch als in der Ordnung der Kasten und Stände, nirgends aber war im tausendförmigen Sein Unterschied und Abstand in der Forderung der Liebe. Immer durstiger trank er Wissen in sich ein, denn nie war seine Seele aufgespannter gewesen in der Frage; da warf sich die Flamme am Span des Lichts noch einmal hoch und erlosch. Wie aber jetzt Dunkel von den Wänden stürzte, überkam es Virata geheimnisvoll: nicht sein Raum sei dies mehr, den er blinden Blickes umtaste, sondern der Kerker von einst, in dem er damals schreckfühlend erkannt, daß Freiheit das tiefste Anrecht des Menschen sei und keiner keinen verschließen dürfe, nicht auf ein Leben und nicht auf ein Jahr.

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